Autor: Lord Chaos
Lange wurden die Pläne zur Wiederbelebung Rovers geheimgehalten, doch abgefahrn bekam den entscheidenen Tip eines Eingeweihten. Unser Informant, nennen wir ihn mal Jamie Bunt [Name geändert], berichtet von einem
mehrschichtigen, skandalösen Plan, die englische Automobilmarke zu retten.
Die derzeitige Lage sieht folgendermaßen aus: Auf den Firmengeländen und bei den Vertragshändlern stehen insgesammt 350 000 unverkaufte Autos mit einem Gesamtwert von über 3 Milliarden Pfund; die Firma selbst steht mit einem
jährlichen Verlust von knapp 1 Milliarde Pfund da. Einfache Rechnung: Verscheuern wir die Karren innerhalb von 2 Jahren und
schon stehe mer wieder wunderbar im Saft. So far so good, aber die Inselbevöllkerung mag ihre Autos nicht mehr, seitdem es qualitativ gute Autos sind und kaufen sie nicht zu den passenden Preisen.
Die Britische Regierung um Toni Blair würde ja gern mit einer Finanzspritze helfen, doch wurden ihr (ähnlich wie bei der Holtzmann-Rettungsaktoin der SPD) von der EU nur knapp 10 Millionen Pfund genehmigt - viel zu wenig, um die Verkaufspreise
der Autos effektiv zu drücken. Hinterfotzig sollen diese Vorschriften mit einem plupmen Trick umgangen werden: Jeder Engländer bekommt von der Royal Bank of England einen kostenlosen Kredit, wenn das Geld zum Kauf eines Rover Automobils
verwandt wird.
Rover selbst plant noch zwielichtigere Aktionen. Das Planspiel mit dem Decknamen "Retourkutsche" war dermaßen erfolgreich, daß es noch diesen Sommer in die Tat umgesetzt werden soll. Das erste Problem, der Autoberg, wird mit
Aktionen wie "buy one, get one free" (Jeder Käufer eines Rover 75 bekommt einen Rover 45 gratis) relativ verlustreich gelöst, aber die zweite Stufe des Sanierungsplans fängt diese Verluste leicht wieder auf.
Wie in Deutschland auch üblich, werden die Briten ihre alten Autos für knappe 1000 Pfund in Zahlung geben, so daß Rover dann 350 000 Schrottautos am Bein hängen hat; Der Clou: Rover hatte bei den Übernahmegesprächen von BMW
zum einen, einen Kredit von 500 Millionen bekommen, um diese alten Autos bezahlen zu können, und zum anderen hatten die englischen Käufer Einsicht in die Designpläne von BWM gehabt, die sie dreisterweise mal eben kopierten. Mit dem Know
How, stilvolle Karossen wie den Z3 oder den M5 zu bauen, soll nach Plänen Rovers das erworbene Altautomaterial mit einfachen Plastiküberzügen á la BMW-Sportcoupé aufgemotzt werden und zurück zu den Händlern gebracht
werden. Mit einem groß aufgezogenen Werbeprojekt, das den potentiellen Käufern endlich wieder null Qualität und null Garantie verspricht, soll dann das alte Käuferklientel zurückgewonnen, und die "Retourkutsche" zum
Retter der britischen Automobilindustrie gepushed werden.
J. Bunt war von diesen Plänen dermaßen geschockt, daß ihn die abgefahrn-Redaktion mit einer Fahrt im Mercedes-Silberpfeil F1-Doppelsitzer von seinen Selbstmordplänen abbringen mußte. Bunt berichtete von einem Alptraum,
in dem er eine scharfe Blondine in ihr Hotelzimmer bringt, als sein Auto, feuerrot glänzend und ebenfalls wie ein perfekter Frauenkörper geformt, plötzlich ins Stottern gerät. Selfmademan Bunt holt das Werkzeug aus dem Kofferraum, als
ihm dort ein Aufkleber auffällt:
"Bitte nur 2-Takt-Treibstoff tanken. Trabant Autowerke, Görlitz."...
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