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BIG SISTER is watching you
Alle kannten, alle liebten die RTL-Show Big Brother! Stimmt nicht ganz - in Wirklichkeit hat kaum einer mehr als eine einzige Ausgabe der Sendung gesehen, denn eigentlich lief die Show ja auf dem eher
unbeliebten Sender RTL2, und andererseits war die Action der Sendung vergleichbar mit der 10 Tage Zeitrafferaufnahme eines Kieselsteins.
Psychologen nutzen jetzt den logisch nicht erklärbaren Sladdi-Effekt für therapeutische Zwecke - Deckname "Big Sister". Diesmal werden nicht stinknormale Leute in einen Container gesteckt und zu Stars gemacht, sondern das
Menschenmaterial "Stars" eingesperrt. Zehn "Interessante" Persönlichkeiten wie z.B. Jürgen "Kornfeld" Drews, oder der Ex Verona-Stecher Dieter Bohlen werden mit ihresgleichen eingepfercht und mit tausenden von
Kameras überwacht.
"Kann man doch nicht machen!"
sagen sie jetzt vielleicht - kann man schon, aber keine Angst: Zum einen bekommen wir in der Öffentlichkeit gar nichts mit und zum anderen bekommen unsere Lieblinge einen Fernseher in ihre WG. Auf dieser speziellen Flimmerkiste wird jeden Abend die
Tageszusammenfassung von "Big Sister" gezeigt - exklusiv.
"Was soll das bringen? Die sehen nur sich selbst und wir sie nicht."
Korrekt beobachtet - grundfalsch gedacht. Stars sind doch nur dann Stars, wenn sie Fans haben die sie sehen wollen; im Falle "Big Sister" ist das Publikum relativ begrenzt, und ob Dieter den gelifteten Arsch von Jürgen abends nochmal in
Großaufnahme sehen will, ist zu bezweifeln. Der therapeutische Effekt setzt beim neuen Abwählritual ein. Derjenige Promi, den seine Kollegen nicht mehr sehen wollen, soll sich in der theoretischen Planung der Psychoklemptner nach seinem
Rauswurf dermaßen unwichtig fühlen, daß er nie wieder eine Bühne betritt.
Ganz geklappt hat die Aktion leider nicht, der Effekt ist trotzdem da. Die abgefahrn- Redaktion lud Onkel Jürgen, der natürlich als erster rausflog, zum Interview ein. Dieser war von der Tatsache, daß wir ihn überhaupt beachtet haben
so überwältigt, daß er im Moment immer noch ehrenamtlicher Türsteher bei uns ist. Was mit Naddels Sponsor Dieter geschehen ist, weiß er leider nur selbst - zu vermuten ist, daß er gerade als vergessener Insasse die
Zusammenfassung seines Tages begutachtet und schwärmt: "Nein, den tollen Typen kann ich einfach nicht rauswählen!"
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