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Mütterchen Schrottplatz
Es war einmal ein altes Mütterchen, das lebte im Osten hinter den Bergen, deren Namen irgendwie an Begriffe wie "oral" und "Urinal" erinnert. Sie war einst groß und schön
und unermeßlich reich. Sie leistete sich immer die neueste Technik und war sehr geachtet von ihren Nachbarn.
Einzig ihr verflossener Partner - genannt Uncle Sam - war des öfteren nicht ihrer Meinung und lieferte sich ein par kleine Scharmützel mit ihr, aber ansonsten war das Mütterlein guter Dinge noch einige Jahre im Luxus zu leben. Diese
Annahme war utopisch, denn ihr blieben nach der Scheidung zwar enorme Reichtümer, die sie aber relativ sorglos in ihre Kinderchen investierte. Diese Kinder waren ihr ganzer Stolz.

Da war zum einen ihr Töchterchen Tschernobyl, die leider vor ein par Jahren verstarb, ihrem großen Vorbild Marie Curie zu sehr nacheiferte.
Nicht viel besser ergibt es den Zwillingen Gomsomolsk und Kursk, die bei einem Tauchunfall ums Leben kamen.
Als nun schließlich auch ihr letzter Sohn, ein langer Kerl namens Ostankino, der brav die Lehren der Mutter verbreitete, dem Rauchen verfiel und als schwankendes Wrack in Therapie mußte, erkannten alle, daß es mit unserem
Mütterchen zu ende geht.
Es bleibt zu hoffen, daß sich Mütterchen Schrottplatz auf lange sicht erholt, denn es wäre schade, wenn sich die verbitterte Oma in wohlgefallen auflöst und ihr faules Kernobst für Bauchschmerzen in der Gesellschaft
sorgt.
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