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KFZ-Mechaniker goes Hollywood
Es gibt Serien bei denen ich mir sehnlichst wünsche, mein Sabberlappen möge auf die doppelte Größe anschwellen, um sich dann leicht und flockig auf meinen Kehldeckel zu legen. Mit einem letzten Blick auf die vor meinen Augen verschwimmende Glotze würde ich dann den Anblick mit ins Jenseits nehmen, der Frauen in die Homosexualität und Männer zur Bulimie treibt: Andreas Elsholz, fröhlich aus einem Gully in die Kamera schauend, mit seiner Sendung „die dümmsten Pannen der Welt".
Früher war der Mann ja so was wie ein Star in der Serie, in der die Leute in Eigentumswohnungen mit uringelben Tapeten wohnen, wo jeder 17jährige ohne Sonderschulabschluss eine Werbeagentur leitet und Frauen es mit ihren Brüdern wild in der Missionarsstellung treiben, ohne zu wissen, dass sie miteinander verwandt sind. Klein Atze, vor der Wende Schlosser in der Zone und jetzt großer Mime, war sich eines Tages zu schade für die Serie, bei der ich regelmäßig eine Nierenschale
unter den Bildschirm stellen muss um den ganzen Trief und Schmalz aufzufangen. Also ging er in die große weite Fernsehwelt hinaus, um sich seriöseren Angeboten zu widmen, was ihn prompt zu RTL2 führte. Seine Mutter meinte daraufhin nur trocken, dass sie ab dem heutigen Tage keinen Sohn mehr hätte, der Handtaschenwaldi der Familie ging freiwillig ins Tierheim und sein Vater zottelte ausnahmsweise mal nicht erst nach der Arbeit, sondern schon direkt davor in die Stammkneipe um die Ecke, um seinen Kummer über den missratenen Sohn mit ein paar Kästen Bier herunterzuspülen.
Atze bekam also bei dem härtesten Konkurrenten von Arte die verantwortungsvolle Aufgabe, die Moderation für ein informatives und gehaltvolles Magazin zu übernehmen. Seriös und zugleich sensibel sollte er dem kritischen Publikum ein total neues und noch nie da gewesenes Fernsehformat präsentieren.
Doch leider wurde aus dieser Idee nichts und so wurde dann doch wieder die alte „Bitte Lächeln" - Nummer aus der Mottenkiste des Tittensenders gekramt. Seit diesem Tag zeigt uns Meister Elzholz nun, welche Lücken und Tücken in unserem gefährlichen Alltag verborgen sind. Teils mit einem Augenzwinkern, aber nicht ohne erhobenen Zeigefinger bekommen wir erklärt, wieso es mitunter ungesund sein kann, von einer Abrissbirne erfasst zu werden oder ausgerechnet dann in einem Hotel Urlaub zu machen, wenn sich dieses spontan dazu entschließt, mal eben kurz abzufackeln. Welch ein Glück
für uns, dass immer jemand mit seiner Videokamera zur Stelle ist, wenn in Amerika jemand mit seinem Pick- Up von einer Flutwelle mitgerissen wird und versucht, seiner Todesfalle zu entkommen. So was wird dann als dumme Panne deklariert und furztrocken von unserem Fachmann für Hirnrinden- erweichenden Schwachsinn mit einem weisen Spruch - „shit happens"- kommentiert.
Da die Macher der Sendung davon ausgehen, dass wir Zuschauer alle unter Alzheimer leiden, werden die Szenen nicht ein, nicht zwei, nein, sogar dreimal wiederholt. So ein paar zusammenkrachende Flugzeuge während einer Flugshow sehen dann natürlich noch viel geiler aus. Die Clips kommen meist aus den Staaten, wo anscheinend jeder adipöse Ami den Burger gerne mal beiseite legt, um die bereitliegende Kamera zu zücken und noch während er mit seiner Senfverschmierten Zunge nach Fleischresten zwischen den Zähnen hangelt ein zusammenstürzendes Haus zu filmen. Ich stelle mir vor, dass amerikanische Fotoalben mehr Leichenteile als Verwandte in einem Stück zeigen.
Und so wird ein Video mit Verkehrsopfern von Fernsehsender zu Fernsehsender gereicht und landet dann auch irgendwann mal bei uns. Die Ausschnitte brauchen bequemerweise noch nicht einmal synchronisiert werden, denn Schreie und Gestöhn sind international.
Und während wir sesselfurzend beobachten, wie Blut und Körperteile durch die Gegend fliegen, isst unser hoffnungsvoller Jungschauspieler eine Banane, wirft die Schale in die Botanik und sagt : „Wenn da man bloß nicht jemand drauf ausrutscht."
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