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Satiretagebuch + Hauptstadtneurose
Liebes Satiertagebuch,
ich lustig sein. So ein cooler Satiretyp, der immer pointiert die bösen Stellen trifft, wo es weh tut und alle lachen.
Hab ich letzte Woche probiert. Wohne jetzt wieder bei meiner Mutter. Die Kinder sind bei meiner Frau geblieben. Fühle mich sehr einsam. Ich weiß nicht was ich falsch gemacht haben soll. Es war doch schließlich die beste Freundin meiner Frau. Ein Teil ihres ach so wichtigen Sozialnetzes - "mit Ihr kann ich über Alles reden". Das habe ich auch, nur Ergebnisorientierter. Nicht immer nur dieses ewige "es tut so gut mal darüber geredet zu haben".
Mein Erstaunen war quasi ungeheuchelt: "Ich bin ausgerutscht und mit meinem ...... in ihrer ....... gelandet. Erstaunlich, aber doch nicht unwahrscheinlicher, als das ein lieber netter Junge, der immer ruhig, freundlich und zurückhaltend ist und nett zu seinem Geschwisterchen, aus versehen 30 Leute mit dem Messer anfällt.
Hauptstadtneurose.
In Bonn wäre das nie passiert, da ist nie etwas passiert. Früher wäre das sowieso
gar-niemals passiert. Höchstens ganz früher, aber da haben 30 Leute eine Person mit dem Messer angefallen, ist also nicht zu vergleichen.
So ich muss jetzt aufhören, meine Mutter kommt mit dem Herrn wieder, der ihr immer Geld gibt. Sie ist jetzt in der Reinigungsbranche. Sie macht, das die Rohre von den Herren gereinigt sind. Tolle Mutter. Macht alles um die Schulden von Papa zu zahlen. Auch wenn ich ihn bei den Familienfeiern Mami 2 nennen soll.
Ich bin halt Familienmensch.
Gute Nacht
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