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Im Kontext

„Manfred mi Amor“ steht in der Tradition zeitgenössischer deutschsprachiger Liebes- und Datingromane mit komödiantischer Schlagseite. Wo das Buch genrenahe Stimmen aufgreift und wo es eigene Wege geht, ist hier sortiert. Ohne „besser als“-Vergleiche.

Genre-Einordnung

Liebesroman mit dokumentarisch-satirischem Blick auf Online-Dating, Self-Optimization-Apps und KI-Beziehungsratgeber. Hamburg-St. Pauli als Schauplatz, Mitte-30er-Erwachsene als Personal, Dialogtempo zwischen Romcom und Beobachtungsprotokoll.

Deutschsprachige Vergleichstitel

Anika Decker – „Zwei vernünftige Erwachsene werden sich schon einig“ (Eichborn / Bastei Lübbe)

Ähnlichkeit: scharfer, urbaner Erwachsenen-Witz, Beziehungs-Konstellationen mit Vorgeschichte. Unterschied: Deckers Ton ist breiter Kinokomödie, „Manfred mi Amor“ arbeitet stärker mit kurzen Beobachtungs-Snapshots aus konkreten Plattformen und Apps.

Julia Karnick – „Man sieht sich“ (Diogenes)

Ähnlichkeit: ein erwachsenes Paar, dessen Geschichte sich über Jahrzehnte und Begegnungen baut. Unterschied: Karnick erzählt die lange Linie, „Manfred mi Amor“ konzentriert sich auf eine zeitlich enger gefasste Datingphase in drei Abschnitten.

Antonia Wesseling – „Loverboy“ (Atlantik / Hoffmann und Campe)

Ähnlichkeit: pointierter, weiblich erzählter Blick auf moderne Beziehungs-Ökonomien. Unterschied: „Manfred mi Amor“ gibt der männlichen Perspektive bewusst Raum, ohne sie zu rechtfertigen, und stellt ihr mit Manfred eine zweite Stimme aus derselben Person gegenüber.

Daniela Hartig – „Catch the Best Man“ (Forever / Ullstein)

Ähnlichkeit: Single-Dasein in der Großstadt, Online-Dating als Treiber. Unterschied: Hartigs Ton ist näher an Romcom-Konvention, „Manfred mi Amor“ lässt die Apps und Algorithmen selbst als Figuren auftreten.

Svenja Lassen – „Echte Traummänner küssen besser“ (LYX / Bastei Lübbe)

Ähnlichkeit: humorvoller Liebesroman im urbanen Milieu. Unterschied: Lassen schreibt feel-good-treu, „Manfred mi Amor“ lässt mehr Reibung zu – der Ton bleibt freundlich, aber nicht beschwichtigend.

Internationale Bezugspunkte

Helen Fielding – „Bridget Jones“ (Picador / Pan Macmillan)

Tagebuchhafte Beobachtung des eigenen Single-Daseins. „Manfred mi Amor“ erbt die Selbstironie, ersetzt das Tagebuch durch Chatverläufe, App-Notifications und einen einsamen Excel-Sheet.

Graeme Simsion – „The Rosie Project“ (Text Publishing / Penguin)

Tabellarisch-rationaler Anti-Held auf Partnersuche. „Manfred mi Amor“ greift das Spannungsfeld von Berechenbarkeit und Beziehung auf, verschiebt es aber von autistisch codierter Hauptfigur zu Online-Marketing-Optimierungs-Logik.

Emily Henry – „People We Meet on Vacation“ (Berkley / Penguin Random House)

Friends-to-lovers über mehrere Jahre und Orte. „Manfred mi Amor“ lokalisiert das Konzept auf einen Stadtteil – St. Pauli – und bindet es enger an wiederkehrende Apps und Räume.

Was „Manfred mi Amor“ eigenes macht

Das spezifische Konzept ist die Reibung „Tinder vs. Tanzcafé; KI vs. Kochkurs; Excel vs. Eislaufen“: jeder der drei Teile kontrastiert eine digitale mit einer analogen Beziehungsform. St. Pauli ist nicht Kulisse, sondern dramaturgischer Resonanzraum. Die Hauptfiguren sind erwachsen, berufstätig, leicht erschöpft – kein junges Erwachsenwerden, sondern mittleres Erwachsensein im Hamburger Heute.

Genre-Verortung von „Manfred mi Amor“: deutschsprachiger Liebesroman im urbanen Milieu, mit Bezügen zu Decker, Karnick, Wesseling, Hartig und Lassen sowie zu Fielding, Simsion und Henry. Erscheint im Oktober 2026 im PMLakeman-Verlag (ISBN 978-3-911187-08-4).